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About MANAS

Kesipteshter,

Kytaidagy kyrgyzdar u’chun Manas dastanyn saktoo mu’mkunchulugu UNESCO tarabynan karjylansa,
menimche, bul da chong iygilik.
Bul jagyn ech jadybyzdan chygarbaily.

UNESCO bashka da kytailyk azchylyktardyn dastandaryn tizmege kirgizgen.
Azyryncha Mongoliya, Orusiyadagy Buryat jana Kalmak jumuriyattary
Kytaidagy o’z uluttashtaryna gana Geser menen Jangar dastandaryn yigaryp salyptyr dep
naarazy bolgonu tuuralyy maalymat uchurata elekmin.
Masele — UNESCO’nun karjyloosunda gana.

Egemen Kyrgyzstandyn o’kmotun jana koomchulugun ech kim «bul dastandy saktoo ishin karjyloodon bash tart» dep kysmaktap jatkan jeri jok.

Salamym menen,

Tynchtyk.

e-mail: tchoroevt@rferl.org
www.azattyk.kg

Mussa Muratalijew. Die Überfahrt

Scharipa richtete wie immer zuerst ihren Eltern die Betten her und dann sich selbst neben dem kleinen Bruder Mursa. Die Mutter schloß zur Nacht die Rauchöffnung, zog den Eingang von allen Seiten fest zu und blies die Flamme in der Petroleumlampe aus. Bald darauf versank die Jurte in tiefen Schlaf.
Nur Scharipa konnte und konnte nicht einschlafen. Quälende Gedanken gingen ihr durch den Kopf, so wie schon in der vorigen, in der vorvorigen und viele Nächte zuvor.
Tagsüber ließ sie sich von diesen freudlosen Gedanken nicht überwältigen. Ja, es blieb auch keine Zeit zum Traurigsein: Die Kuh mußte gemolken, die Milch geseiht, die Schafe auf die Weide getrieben, Wasser geholt werden, und der Fluß lag nicht gerade nahe von der Jurte. Und dann mit Mursa spielen, mit ihm herumtollen. Die Mutter ist sehr krank, ihre Kräfte reichen nur noch, die Wolle auszukämmen und Socken oder warme Unterhemden zu stricken. Die ganze Hauswirtschaft hat Scharipa zu besorgen, die Plackerei nimmt kein Ende. Wann soll sie da noch an sich selbst denken?
Doch nachts, sich allein überlassen, wußte Scharipa nicht, wohin mit ihrem Kummer. Zum Heiraten war sie längst alt genug. Alle ihre Freundinnen hatten schon eigene Familien, zogen ein oder zwei Kinder groß, saßen am Abend mit ihren Männern zusammen, küßten, umarmten sie, gaben ihnen den Ehrenplatz, setzten ihnen ein wohlschmeckendes Abendbrot vor, fragten nach ihrem Arbeitstag und erzählten selbst von häuslichen Sorgen. Und wenn es Nacht wird, bereiten sie das Bett für zwei. Scharipa drückte die Augen fest zu. Warum, warum nur bleibt ihr das alles versagt? Sie ist doch nicht dumm und nicht häßlich. . . So wie alle ihre gleichaltrigen Freundinnen, mit denen sie zusammen zur Schule ging. Die sind schon lange verheiratete Frauen,
und nur sie allein hat, wie man im Volk sagt, den roten Faden noch nicht überschritten.

Die Ueberfahrt _UTF8_

Sowjet-Literatur (SL) 1978/12